Festnahme oder Untersuchungshaft


Ladung und Vernehmung durch die Polizei:
Sollten Sie als Beschuldigter von der Polizei schriftlich (in seltenen Fällen auch mündlich) zur Vernehmung bestellt worden sein, müssen Sie diesen ersten Vernehmungstermin nicht wahrnehmen.
Sie haben immer das Recht, Ihre Aussage zu verweigern, ohne das Ihnen dies später zum Nachteil gereicht werden darf.
Die einzige Pflicht, die besteht, ist die Nennung Ihrer Personalien; dazu gehören auch der Beruf sowie die Staatsangehörigkeit.
Ihr Verteidiger kann für Sie dann den Vernehmungstermin absagen und entsprechend die Ermittlungsakte bestellen, sodass nach Einsicht in die Akte die Verteidigungsstrategie besprochen werden kann.


Vorläufige Festnahme:
Haben Sie tatsächlich eine Straftat begangen, besteht die Möglichkeit, falls Sie sich noch am Tatort aufhalten bzw. von diesem entfernen, Sie vorläufig festzunehmen.
Dieses Festnahmerecht steht jedermann sowie der Polizei aber nur dann zu, wenn Fluchtgefahr besteht oder Sie sich nicht ausweisen können. Sie können dann in Gewahrsam genommen werden und zur Polizeiwache verbracht werden.
Der Gewahrsam darf ohne richterliche Entscheidung nicht länger als bis zum Ende des Tags nach dem Ergreifen aufrechterhalten werden. Das heißt, dass die Beamten sie theoretisch maximal knapp 48 Stunden festhalten dürfen. Das wäre dann zum Beispiel der Fall, wenn Sie eine Sekunde nach Mitternacht festgenommen werden würden.
In der Praxis wird allerdings dieser Zeitrahmen äußerst selten vollständig ausgereizt.
Normalerweise dauert die Zeit im Polizeigewahrsam "nur" wenige Stunden um zwischenzeitlich eine förmliche Vernehmung durchzuführen bzw. bei Strafsachen und beim Vorliegen der Voraussetzungen in Untersuchungshaft genommen zu werden.
Auch hier besteht immer das Recht, die Aussage zu verweigern, ohne dass dies später zum Nachteil gereicht werden darf.


Durchsuchung:
Zweck der Durchsuchung ist das Auffinden von Gegenständen zur Beschlagnahme oder die Ergreifung einer Straftat verdächtigen Person.
In der Praxis werden hauptsächlich Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht.
Beim Beginn der Durchsuchung sollten Sie sich in jedem Falle den notwendigen richterlichen, schriftlich verfassten Durchsuchungsbeschluss zeigen lassen.
Nur ausnahmsweise kann auch bei Gefahr im Verzug ohne richterliche Anordnung durchsucht werden.
Ferner sollten Sie unbedingt der Durchsuchung widersprechen. Darüber hinaus sind Sie auch nicht verpflichtet, aktiv an der Dursuchungsmaßnahme teilzunehmen.
Auch hier besteht wieder das Recht, die Aussage zu verweigern, ohne dass dies später zum Nachteil gereicht werden darf.
Auch hier besteht der Grundsatz: Keine Aussage ohne Rücksprache mit Ihrem Rechtsbeistand!
Sie haben nämlich auch das Recht, sofort mit Ihrem Rechtsanwalt telefonischen Kontakt aufzunehmen oder sich unverzüglich einen Verteidiger aus dem Internet oder Telefonbuch auszusuchen um diesen dann anzurufen. Der von Ihnen gewählte Anwalt hat auch das von Ihnen erteilte Recht, bei der Durchsuchung mit dabei zu sein.
Bewahren Sie daher Ruhe und kontaktieren sie schnellstmöglich einen Strafverteidiger.


Untersuchungshaft:
Werden Sie dringend verdächtigt eine Straftat begangen zu haben und der gesetzliche Haftgrund der Flucht,- Verdunklungs- und Widerholungsgefahr besteht, darf gegen Sie durch einen richterlichen Beschluss die Untersuchungshaft angeordnet werden.
Aber auch beim dringenden Verdacht der Verwirklichung von schweren Taten wie zum Beispiel Raub mit Waffen, gewerbsmäßig ausgeübter Drogendelikte, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch oder Totschlag wird die Untersuchungshaft grundsätzlich angeordnet.
Sobald Sie in Haft genommen worden sind können Sie einen Verteidiger (Wahl,- oder Pflichtverteidiger) nach Ihrer Wahl benennen. Auch hier gilt der Grundsatz, dass keine Aussage vor Rücksprache mit dem Verteidiger gemacht werden sollte.

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