Ehescheidung


Nach dem deutschem Scheidungsrecht ist die Trennung der Eheleute Voraussetzung für die Einleitung und Durchführung eines Ehescheidungsverfahrens.

Nach dem Gesetzeswortlaut lebt ein Ehepaar gemäß § 1567 Abs.1 BGB getrennt, wenn zwischen den Ehegatten keine häusliche Gemeinschaft besteht und ein Ehegatte sie erkennbar nicht herstellen will, weil er die eheliche Lebensgemeinschaft ablehnt.

Dabei ist es unbeachtlich, ob einer der Ehegatten aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen ist, da die Trennung auch in der gemeinsamen Ehewohnung vollzogen werden kann.
Die Ehegatten dürfen bei dieser Trennungsform jedoch kein Zusammenleben mehr praktizieren. Das heißt, jeder muss sich seinen eigenen abgegrenzten Bereich schaffen und für sich selbst wirtschaften (einkaufen, kochen, Wäsche waschen, putzen etc.).

Bereits nach einer einjährigen Trennungszeit kann die Ehe geschieden werden, wenn beide Ehegatten die Scheidung beantragen oder der andere Ehegatte der Scheidung zustimmt (so genannte "einverständliche Scheidung").

Ohne zumindest einjähriges Getrenntleben ist eine Scheidung nur dann möglich, wenn dem Antragsteller nicht zugemutet werden kann, mit der Scheidung bis zum Ablauf des Trennungsjahres zu warten (so genannte "Härtefallscheidung").
Da es sich um eine Ausnahmesituation gegenüber der bloß gescheiterten Ehe handeln muss, sind an die unzumutbare Härte strenge Anforderungen zu stellen (z.B. schwere Misshandlungen).

Wer sich scheiden lassen will, muss einen Anwalt mit der Einreichung eines Scheidungsantrages beim zuständigen Familiengericht beauftragen.
Dies kann bereits vor Ablauf des Trennungsjahres geschehen, da in der Regel mit einer mehrmonatigen Verfahrensdauer zu rechnen ist und die einzuhaltende Trennungsfrist erst am Schluss der mündlichen Verhandlung gegeben sein muss.

In der Praxis reicht im Falle einer einverständlichen Scheidung die Einschaltung eines Anwalts, falls die Scheidungsfolgesachen wie Sorgerecht, Unterhalt und Vermögensausgleich bereits einvernehmlich geregelt sind.

Beachten Sie aber bitte, dass der beauftragte Anwalt immer nur der rechtliche Interessenvertreter eines Ehegatten sein kann und darf.


Zur ausführlichen Besprechung weiterer Einzelheiten vereinbaren Sie bitte einen persönlichen Beratungstermin in unserer Kanzlei.

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